Mit Impact Investing gleichzeitig Gutes tun und Geld verdienen

Es klingt wie eine Idealvorstellung: Gutes tun und dabei Geld verdienen. Mit der neuen Anlageklasse “Impact Investing” ist dies denkbar. JPMorgan hat 2010 den Begriff des Impact Investing geschaffen. Darunter fallen Investitionen, die gleichzeitg Rendite und einen gesellschaftlichen Nutzen verpsrechen.

Der Economist hat sich kürzlich mit dieser neuen Anlageklasse beschäftigt und dabei das PE-Unternehmen Leapfrog Investment vorgestellt. Leapfrog investierte mit seinem 135 Mio. USD-Fonds 2009 in AllLife, ein südafrikanischer Lebensversicherer, der auch HIV-infizierte und an AIDS erkrankten Menschen eine Lebensversicherung anbietet. In einem Land mit einer HIV-Infektionsquote im deutlich zweistelligen Prozentbereich ein großer Markt. Bedingung für die Patienten und potenziellen Versicherungnehmer ist es lediglich, sich regelmäßigen Bluttests zu unterziehen und anti-retrovirale Medikamente, welche den Ausbruch von AIDS verzögern, zu sich zu nehmen. Die versicherten Patienten erhalten mit einer Lebensversicherung auch Zugang zu anderen Finanzprodukten wie etwa einer Baufinanzierung. Laut Jim Roth von Leapfrog arbeitet AllLife sehr profitabel. Neben AllLife hat Leapfrog auch in Shiram investiert. Shiram versorgt arme Menschen in Indien mit einfachen Finanzprodukten und Versicherungen.

Dem Aufbau des Sektors Impact Investing hat sich auch die Non-Profit Organisation Impact Assets verschrieben. Impact Assets teilt die Einschätzung von JPMorgan, dass es sich bei der Anlageklasse um eine mit sehr rosiger Zukunft handelt. JPMorgan schätzt das Volumen der Anlageklasse bis 2020 auf 400 Mrd. USD bis 1 Billion USD. Zwar eine hohe Bandbreite, es wird aber deutlich, dass es sich nicht um ein Nischenthema handelt. Neben Leapfrog sind auch Blue Orchard, die mehr als 1 Mrd. USD in Mikrokredite investierten und IGNIA, ein Investor mir regionalem Schwerpunkt Lateinamerika, als aktiv.

Investoren, die schon jetzt auf Impact Investing setzen, ähneln den typischen PE-Investoren. Nicht nur Philantropisten wie George Soros und Pierre Omidyar, Gründer von eBay, sondern auch Versicherungen, Banken und Pensionsfonds sind darunter.

Die Abgrenzung von Impact Investing zu herkömmlichen Investitionen ist nicht ganz einfach. Jed Emerson setzt sich u.a. in seinem neuen Buch zu Impact Investing damit auseinander. Auch die Messung des gesellschaftlichen Nutzens von Investitionen ist schwierig. Bislang existieren hierfür keine allgemein akzeptierten Metriken. Auch wird sich zeigen müssen, ob die neue Anlageklasse wirklich nur gering oder idealerweise gar nicht mit herkömmlichen korreliert. Erst wenn dies über eine längere Periode gezeigt werden kann, wird sie sich fest etablieren können.

Letztlich ist bei vermeintlich sozialen Investments immer Vorsicht geboten. Verfolgten nicht auch US-Politiker mit dem Ziel Wohneigentum für wenig-vermögende Geringverdiener zu schaffen einen gesellschaftlichen Nutzen? Das war ein wesentlicher Ausgangspunkt für die Vergabe von “sub prime mortgages”. Deren Spätfolgen kennen wir leider zu gut.

 

 

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